von Markus Monstein
Geboren am 22. August 1932, wuchs Ernst Iten als Verdingbub auf und erarbeitete sich später mit grossem Einsatz seinen Wohlstand. Seine beruflichen Tätigkeiten reichten vom Baugewerbe über ein Kleidergeschäft bis hin zu Aktivitäten als Recycling-Pionier. Auch das Restaurant Schäfli in Horben gehörte zu seinen Stationen.
Sein Weg in den Rennsport begann Mitte der 1970er-Jahre – und zwar mit einem Namen, der rückblickend fast programmatisch wirkt: Avec Plaisir. Dieses erste Rennpferd erwarb er bei Miro Weiss. Am 19. April 1976 lief der damals fünfjährige Wallach erstmals für Ernst Iten und belegte den 4. Platz. Nach einem weiteren 4. Rang in Aarau folgte am 30. Mai 1976 in Dielsdorf der erste Sieg: In einem 3000-Franken-Handicap setzte sich Avec Plaisir unter Karl Klein in einem 14er-Feld trotz zweier (selbst verursachter) Fehlstarts überlegen mit 4,5 Längen durch.
Was mit Avec Plaisir begann, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer bemerkenswerten Besitzerlaufbahn. Ernst Iten brachte zahlreiche Spitzenpferde an den Start, die das Publikum begeisterten. Zu den bekanntesten Crack zählen hierzulande unter anderem Mocorito, Ostade, Amitié, Ordensstern, Sue Koon Scean (Skikjöring-König), Madulain Express, Iten Son, Swiss Native sowie Roi de Rose (nur als Züchter).
Nach einem Zerwürfnis mit dem Schweizer Galopp-Verband zog sich Ernst Iten aus dem hiesigen Rennsport zurück und verlagerte seine Aktivitäten ins Ausland. In Irland und später in Frankreich widmete er sich der Vollblutzucht. Mit der Stute Couture d’Argent legte er den Grundstein für seine Zucht.

Einer von zahlreichen Siegen in wichtigen Rennen: Ernst Iten im hellen Anzug mit Blumenstrauss nach dem Sieg von Ostade im GP BMW 1981 in Dielsdorf - Reiter Roger Keller, Trainer Wolfgang Scheuring (Fotos: zur Verfügung gestellt).

Ordenstern (Reiter Peter Fischer, Trainer Wolfgang Scheuring) gewann das Silberblaue Band von Zürich 1986 - Ernst Iten wieder mit dem Blumenstrauss.
Zu seinen wichtigsten züchterischen Erfolgen zählt neben dem herausragenden Steepler Remember Rose, aber auch anderen Pferden (u.a. vom Siegenthaler-Deckhengst Gallery of Zurich. Remember Rose, von Ernst Iten gezüchtet, entwickelte sich zu einem der besten Hindernispferde seiner Zeit in Frankreich. In acht Rennsaisons absolvierte er 58 Rennen, gewann zehnmal und belegte 30 Plätze. Zu seinen grössten Erfolgen zählen unter anderem zwei Siege im Prix La Haye Jousselin sowie der Triumph in der Grand Steeple-Chase de Paris.
Remember Rose beendete 2013 im Alter von zehn Jahren seine Karriere gesund und wechselte anschliessend ins Haras Saint-Roch in den verdienten Ruhestand.

Remember Rose war der Top-Crack von Ernst Iten - von ihm gezüchtet und in seinen Farben gewann er 10 Mal.

Remember Rose gewann dreimal auf Gruppe-I-Ebene und verdiente über 2 Millionen Euro Preisgeld.

Ernst Iten (links) nach einem der Siege von Remember Rose mit Jockey Christophe Pieux und Trainer Jean-Paul Gallorini (rechts).
Ernst Iten verstarb am Karfreitag, 3. April 2026, in seinem 94. Lebensjahr friedlich. Er hinterlässt keine Familie oder direkte Angehörige. Über viele Jahre hinweg stand ihm die Familie Siegenthaler am nächsten und begleitete ihn bis an sein Lebensende. Doris Siegenthaler erklärte: «Bis zuletzt durfte es ihm körperlich und auch geistig gut gehen.»
Die Beisetzung findet im engsten Kreis statt.

Ernst Iten mochte nicht nur Pferde, er war ein grosser Fan von Brerner Sennenhunden - er hatte mehrere davon, wie hier auf diesem vor rund 20 Jahren entstandenes Foto.
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